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Methodik der Scheinwerfertaxation

Diese Zählmethode ist ausführlich beschrieben bei Pegel (1986). Mit einem Handsuchscheinwerfer, der rechtwinklig zur Fahrtrichtung des Fahrzeugs eingesetzt wird, werden nachts repräsentative Probeflächen eines Reviers entlang von vorher festgelegten Fahrtstrecken abgeleuchtet. Die Vegetation der Suchflächen ist ebenfalls vorher festgestellt worden.

Durchführung:

  • Bewährt haben sich einfache Hand-Suchscheinwerfer, die an der Buchse des Zigarettenanzünders angeschlossen werden.
  • Die Fahrtstrecken und die abgeleuchtete Fläche werden vor der Fahrt auf topographische Karten (1:5.000) eingetragen und die Flächen berechnet (ha), geländebedingte Sichteinschränkungen (Hecken, Bodenwellen) werden abgezogen.
  • Die abgeleuchtete Fläche sollte einen repräsentativen Querschnitt der Biotop- und Bodennutzungsverhältnisse des Untersuchungsreviers wiedergeben.
  • Die abgeleuchteten Flächen müssen so groß sein, daß der Abstand zwischen gegenüberliegenden Wegen größer ist als die doppelte Reichweite des Suchscheinwerfers. Andernfalls sind Doppelzählungen unvermeidbar!
  • Mindestgröße der abgeleuchteten Fläche soll ca. 200-300 ha (ideal) betragen, keinesfalls aber kleiner als 100 ha sein, da sonst wird das Zählergebnis bei ungleichmäßiger Verteilung der Hasen zu ungenau wird!
  • Gezählt werden alle Hasen (auch Rehe, Fuchs, Dachs ...) im Leuchtfeld des Scheinwerfers (ca. 150 m), die mit dem „unbewaffneten“ Auge zu sehen sind.
  • Die gesehenen Tiere werden während der Fahrt auf dem Fahrtprotokoll mittels Strichen gezählt oder auf Diktiergerät gesprochen.

Zeitplan

  • Frühjahr: Erfassung des Stammbesatzes; Zählung mit Beginn des Vegetationswachstums (Ende Februar - Mitte April); mindestens eine Wiederholung innerhalb weniger Tage.
  • Herbst: Erfassung des Zuwachses; Zählung auf den abgeernteten Flächen (Anfang Oktober bis Mitte November, u. U. auch Anfang Dezember); mindestens eine Wiederholung innerhalb weniger Tage.
  • Uhrzeit: Beginn 2 Std. nach Eintreten völliger Dunkelheit bis max. 2 Std. vor Morgendämmerung.
  • Ungeeignete Wetterbedingungen sind: Dunst oder Nebel, Schnee oder Rauhreif (größere Sichtweite, daher keine Vergleichbarkeit der Zählergebnisse), helles Vollmondlicht (geringere Aktivität der Hasen), scharfer Wind oder Sturm, starker Regen.
  • Zeitaufwand: ca. 1-1,5 Std./100 ha; Beobachtungsdauer max. 3 Std.
  • Personal und Material: 1 Fahrer, 1 Beobachter, evtl. ein zusätzlicher Protokollführer, Fahrzeug, 1 Scheinwerfer, Karten, Protokoll.

Besondere Hinweise:

  • Suchscheinwerfer stets senkrecht zur Fahrtrichtung halten, sonst wird nicht die volle Reichweite ausgenutzt.
  • Während der Zählung mit möglichst gleichbleibender Geschwindigkeit fahren; beim Anhalten oder längeren Anleuchten einzelner Tiere fühlen sich diese gestört, flüchten und beunruhigen dadurch andere Tiere, die dann auch flüchten.
  • Grundsätzlich alle Hasen zählen, die mit bloßem Auge zu erkennen sind, auch wenn sie weiter als die mittlere Reichweite des Scheinwerfers entfernt sind. Junghasen, die selten einmal entdeckt werden, sind bei der Frühjahrszählung nicht mitzuzählen, da es hierbei nur um die Erfassung des Stammbesatzes geht.
  • Der Fahrer achtet auf Wild, das im Fahrlicht (vorn) sichtbar wird. Wechselt ein Stück Wild über den Weg nach links, wird es mitgezählt, es sei denn, es wechselt in eine Fläche, die anschließend noch abgeleuchtet werden soll.
  • Wichtig: Eventuell vorher Polizei oder Bundeswehr, Jagdgenossen, etc. verständigen!

Auswertung und Berechnung

  • Jedes Revier erhält eine (5-stellige) Nummer, die ersten drei Ziffern bezeichnen den Naturraum (z. B. 080 = Nördliche Frankenalb), die 4. Ziffer steht für das Untersuchungsgebiet (mehrere benachbarte Reviere), die 5. Ziffer für das einzelne Revier.
  • Die Zählergebnisse der Reviere eines Naturraumes werden zusammengezählt und der Mittelwert errechnet, das gleiche geschieht mit den Revieren eines Landkreises. Diese werden in thematische Karten übertragen.

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