EinleitungBestandsermittlungen von Autoren aus verschiedenen europäischen Ländern, z. B. England (Vaughan 2001), Frankreich (Marboutin 2001), Schweiz (Holzgang et al. 2001), Slowakei (Slame¹ka 2001), Spanien (Gortázar et al. 2001) haben eines gemeinsam: sie zeigen den Rückgang von Hasenpopulationen in den intensiv genutzten Kulturlandschaften Mittel- und Westeuropas auf. želmiº (2001) berichtet dagegen aus der Vojvodina (Serbien), daß die dortigen Hasenbestände im Untersuchungszeitraum von 1967-1999 stabil geblieben sind. Alle Autoren machen für den Rückgang ein Faktorengefüge verantwortlich: Landnutzungswandel, Klima und Predation bilden ein "Bermuda-Dreieck", in dem neben dem Feldhasen auch andere Feldarten (Feldhamster, Rebhuhn, Feldlerche, Braunkehlchen, u.a.m.) verschwinden (Müller 1997, 2000, 2001). Nur wenige Autoren bieten monokausale Erklärungsversuche an, welche die Ursache für den Rückgang einzig in der Predation (hauptsächlich durch den Fuchs) sehen (Spittler 2001). "Die Populationen der europäischen Hasen-Arten (Lepus castroviejoi, L. corsicanus, L. europaeus, L. granatensis und L. timidus) haben in vielen Ländern abgenommen aber es ist unklar ob die Gründe hierfür überall (oder irgendwo) festgestellt worden sind, oder ob sie in verschiedenen Teilen Europas differieren und was wir dazu tun können, um einen weiteren Rückgang zu stoppen" (Hofer & Arnold 2001). Mit diesen Sätzen leiten die Veranstalter das Programm zu einem international besetzten Symposium "The decline of European hares: an interdisciplinary research task" ein, das vom 18. bis 22. April 2001 in Berlin stattgefunden hat. Einig waren sich alle versammelten Fachleute, daß ein Netzwerk an Forschungsarbeiten notwendig ist, um Zusammenhänge zwischen Populationsentwicklungen, Landnutzung, Klimaveränderung und Wirkungen von Räubern auf den Feldhasen erkennen zu können. In vielen
Ländern stehen die Monitoring-Programme erst am Anfang (Fehlberg & Schmüser
2000). Mit dem seit 1998 durchgeführten Monitoring der Feldhasenbestände
in Bayern haben die Jäger ein Instrument geschaffen, welches die vom Entwurf
zur Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgesehene Verpflichtung
zur Umweltbeobachtung bereits ernst nimmt und durchführt. Über die Ergebnisse
der Zählungen im Frühjahr und Herbst 2000 wird hier berichtet.
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