ErgebnisseDichtenUm Mißverständnissen vorzubeugen, sei vorab nochmals erwähnt, daß es sich bei den hier vorgestellten Dichten auf Grund der Erfassungsmethodik nur um relative Populationsdichten handeln kann. Es werden in den Referenzrevieren nur Teilflächen gezählt. Waldflächen bleiben ausgeschlossen, da dort mit der Scheinwerfertaxation nicht gezählt werden kann. Wie zu erwarten war, ergaben sich in den unterschiedlichen Naturräumen auch unterschiedliche Populationsdichten der Feldhasen. Die geringsten Frühjahrsdichten finden sich auf der Selb-Wunsiedler Hochfläche mit 2,75 Hasen pro km², auf der Riesalb mit 3,82 Hasen pro km² und im Ammer-Loisach-Hügelland mit 4,67 Hasen pro km². Die höchsten Dichten werden im Schweinfurter Becken, im Nördlinger Ries und im Unteren Inntal erreicht (Tabelle 1, Abbildung 2). Tabelle 1: Zähldichten der Feldhasen in den Naturräumen
Tabelle 1: Zähldichten der Feldhasen in den Landkreisen
Auch auf Landkreisebene – die nicht exakt mit den Naturräumen korrespondiert – gibt es sehr starke Unterschiede. Während in Wunsiedel oder in den Bayerwaldlandkreisen nur geringe Dichten erreicht wurden (Tabelle 2, Abbildung 1), konnten im Landkreis Mühldorf am Inn 83 Hasen pro km² gezählt werden. Im Durchschnitt sind im Frühjahr bayernweit auf den jeweiligen Probeflächen 18,55 Hasen pro km² gezählt worden. Im Herbst sind die niedrigsten Werte in der Langen Rhön mit 2,9 Hasen pro km², im Vorderen Spessart und im Südlichen Vorland des Thüringer Waldes mit jeweils 4,5 Hasen pro km² sowie auf der Selb-Wunsiedler Hochfläche mit 5,0 Hasen pro km² gezählt worden. An der Spitze lagen auch im Herbst das Nördlinger Ries und das untere Inntal. (Tabelle 1, Abbildung 4, p. 21). Das gleiche Muster ergab sich auch im Herbst für die Landkreise. An der Spitze lag der Landkreis Mühldorf am Inn mit 120,0 Hasen pro km² . Aber auch die kreisfreien Städte Ansbach (38,1) und Erlangen (50,0) bieten in ihren landwirtschaftlich strukturierten Bereichen dem Feldhasen offensichtlich gute Lebensräume. (Tabelle 2, Abbildung 3, p. 19). Im Durchschnitt sind im Herbst 2000 bayernweit 21,8 Hasen pro km² gezählt worden. Ordnet man die Naturräume nach aufsteigenden Dichten im Herbstbesatz, gliedert sie in zwei Gruppen auf (<20 Hasen/km2, >20 Hasen/km2, Tabelle 1) und vergleicht in diesen beiden Gruppen die Frühjahrs- und Herbstdichten, so ergibt sich ein interessantes Muster: In Gebieten mit unter 20 Hasen pro km² waren jene Reviere, in welchen im Herbst geringere Dichten festgestellt worden sind als im Frühjahr (d.h. es war kein Zuwachs vorhanden!), in der Mehrheit: 16 Naturräume mit geringeren gegenüber 12 mit höheren Dichten, während in Naturräumen mit hoher Dichte das umgekehrte Muster gefunden wurde: 3 Naturräume mit geringeren, aber 14 mit höheren Dichten (Tabelle 1). Die beiden Gruppen unterscheiden sich auch statistisch (Chi2-Test: Chi2 = 5.24, df = 1, p = 0.020). Die gleiche Einteilung auf Landkreisebene bietet ein ähnliches Bild. In den Landkreisen mit Herbstdichten unter 20 Hasen pro km² haben in 18 Landkreisen die Herbstdichten gegenüber den Frühjahrsdichten abgenommen, in 15 Landkreisen dagegen zugenommen. In den Landkreisen mit hohen Herbstdichten (>20 Hasen/km2) sind nur in 4 Landkreisen die Herbstdichten geringer als die Frühjahrsdichten, während sie in 17 Landkreisen deutlich höher sind.
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